BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Fraktion BVV Pankow

Grüne fordern Unterstützung der Bürger*innen beim Baumgießen

Alljährlich ruft das Bezirksamt zum Gießen der Straßenbäume auf. Die vergangenen Jahre waren so trocken, dass viele Bäume in Berlin nicht überleben werden, wenn die Bürger*innen nicht beim Wässern helfen. Viele Bürger*innen würden gerne helfen.

Aber wie soll man wissen, welche Bäume Wasser brauchen? Welcher Baum vielleicht schon von einem Nachbarn gewässert wird? Und wo soll man das Wasser hernehmen?

Einige Antworten findet man seit Mai auf der vom Senat geförderte Aktionsplattform „Gieß den Kiez“ des Innovations-Netzwerks City Lab. Dort sind 625.000 Bäume verzeichnet. Man kann nachschauen, welche Baumarten in der eigenen Straße stehen, wie alt sie sind und wie viel Wasser sie benötigen. Verzeichnet ist auch die nächste Wasserpumpe. Wer sich auf der Plattform registriert, kann eintragen, wenn er oder sie einen Baum gegossen hat oder gleich ein Abo für einen bestimmten Baum übernehmen. Verzeichnet sind auch öffentliche Wasserpumpen – von denen sind in Pankow aber rund ein Viertel defekt. Oft ist die nächste Pumpe mehrere Straßen entfernt.

„Generell ist die lokale Beschaffung des Wassers die größte Hürde“, weiß Axel Lüssow, Bürgerdeputierter für Umwelt und Natur. „Wenn das Bezirksamt Bürger*innen zum freiwilligen Engagement auffordert, dann sollte auch versucht werden, alle Voraussetzungen für zielgerichtetes Gießen zu schaffen.“

Am vergangenen Mittwoch stellte die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) nun einen Antrag, der das Gießen einfacher machen soll. Darin fordern sie unter anderem, dass das Bezirksamt die defekten Pumpen regelmäßig an „Gieß den Kiez“ melden, Daten aus dem bezirklichen Baumkataster zuliefern, und wo das Straßen- und Grünflächenamt bereits selbst wässert.

Außerdem soll Regenwasser aufgefangen werden, etwa in öffentlichen Regentonnen, die den Bürger*innen zur Verfügung stehen. Das könnte als Pilotprojekt über das Berliner Energie- und Klimaschutzprogramm (BEK) finanziert werden, so der Vorschlag in dem Antrag.

Weiterhin soll das Bezirksamt darauf hinwirken, dass Wohnungsbaugesellschaften und Hauseigentümer Außenanschlüsse zur Wasserentnahme einrichten. Neue Straßenbrunnen sollen zur Wasserabnahme geeignet sein. Wassersäcke könnten in Nachbarschaftsgemeinschaften ausgeliehen werden. Zudem soll die beschränkte Nutzung von Hydranten geprüft werden – so wie dies z.B. bereits in Friedrichshain-Kreuzberg oder Nürnberg möglich ist.

Axel Lüssow betont, dass von diesem Maßnahmenkatalog die ganze Stadtnatur profitiert. „Denn das richtige Wässern ist angewandte Umweltbildung und vernetzt den Kiez. Weniger Trockenschäden bedeuten auch weniger Fällungen.“

Tatsächlich müssen immer mehr Bäume gefällt werden, weil sie die Trockenheit nicht überleben. Das passiert oft auch in der Vegetationsperiode und damit sind die Lebensräume vieler Tiere betroffen. Dieser Problematik widmet sich ein zweiter Antrag der Bündnisgrünen. Darin fordert die Fraktion das Bezirksamt zur Dokumentation der Gründe auf, warum ein Baum während der Vegetationsperiode gefällt werden musste.

„Wir bekommen viele Anfragen wegen der vielen Fällungen,“ erläutert Lüssow. „Die Bürger*innen sind zu Recht besorgt. Denn gerade wegen des Klimawandels müssen wir den allgemeinen Artenschutz besonders ernst nehmen. Derzeit können wir den Menschen aber nicht einmal sagen, warum ein Baum gefällt werden musste, weil das Bezirksamt diese Information nicht zur Verfügung stellt.“

Beide Anträge wurden in Fachausschüsse überwiesen.

Den Antrag „Wasser für Bäume!“ finden Sie hier.

Den Antrag „Allgemeiner Artenschutz bei Baumpflegemaßnahmen!“ finden Sie hier.

Foto: KV

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