BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Fraktion BVV Pankow

Jugendamt darf freie Träger nicht ausschließen

Geht es nach der Leitung des Pankower Jugendamts, werden die freien Träger bei der Ausarbeitung des Konzepts zum „Flexibudget Jugend“ nicht dabei sein. Das teilte die Direktorin Anja Krause dem erstaunten Kinder- und Jugendhilfeausschuss der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) in der vergangenen Woche mit. Bezirksverordnete der Grünen, Linken und CDU gehen nun gemeinsam dagegen vor.

Das sogenannte „Flexibudget Jugend“ wurde vom Abgeordnetenhaus im vergangenen Jahr beschlossen. Aus diesem Extra-Topf können die Bezirke zusätzlich zu laufenden Hilfen zur Erziehung schnell und unkonventionell präventive Angebote finanzieren, um Familien, Kinder und Jugendliche in benachteiligten und belasteten Lebenslagen zu erreichen. Explizit sollen dabei die freien Träger der Jugendhilfe eingebunden werden. Beispiele für solche präventiven Angebote sind Beratung bei Konflikten und Krisen in der Familie, mobile Angebote der Jugendsozialarbeit oder suchtpräventive Gruppenangebote für Jugendliche. Vieles davon wird weitestgehend von freien Trägern geleistet.

Daher löste die Ankündigung des Pankower Jugendamts, keine Beteiligung bei der Vergabe des Geldes anzustreben, allgemeine Irritation im Jugendhilfeausschuss aus. Die Fraktionen von Bündnis90/Die Grünen, der Linken und der CDU reichen auf der 32. BVV gemeinsam einen Dringlichkeitsantrag ein. Darin mahnen sie das Jugendamt, „die im Kinder- und Jugendhilfeausschuss getroffene Verabredung, dass die Träger der freien Jugendhilfe an der Erarbeitung der Konzeption zum „Flexibudget Jugend“ zu beteiligen sind, umzusetzen.“

„Das Vorgehen des Jugendamts widerspricht der Intention des Flexibudget,“ sagt Karsten Dirk Gloger, jugendpolitischer Sprecher der bündnisgrünen Fraktion. „Die freien Träger leisten einen enormen Beitrag bei der präventiven Arbeit. Sie sind oft flexibler in der Umsetzung dessen, was notwendig ist und können Problemlagen schneller erkennen, da die Menschen sich nicht-staatlichen Helfer*innen eher anvertrauen.“

Den Antrag „Beteiligung der Träger ermöglichen!“ finden Sie hier.

Foto: SamWilliamsPhoto, pixabay License

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